Nachdem das Hinspiel mit nur neun Gegentoren deutlich gewonnen werden konnte, war bereits im Vorfeld klar, dass der Gegner für das Rückspiel besonders motiviert sein würde. Auch unsere Mädels gingen entsprechend motiviert in die Partie. Zu Beginn fanden sie jedoch nur schwer ins Spiel, da die gegnerische Mannschaft sehr offensiv verteidigte und unsere Spielerinnen bereits ab der Mittellinie unter Druck setzte. Dadurch wurde der Spielaufbau zunächst deutlich erschwert.
Mit zunehmender Spielzeit fanden unsere Spielerinnen jedoch besser in die Partie. Schritt für Schritt verkürzten sie den Rückstand und kämpften sich bis auf drei Tore heran. Die Abwehr stand über weite Strecken stabil und arbeitete konzentriert zusammen. Im Angriff zeigten die Mädels ihr spielerisches Können und erspielten sich gute Torchancen. Besonders die Torhüterinnen konnten mit wichtigen Paraden glänzen und hielten die Mannschaft in dieser Phase im Spiel.
Mit dem enger werdenden Spielstand nahm jedoch auch die Intensität auf dem Spielfeld zu. Aktionen wie Schubsen, Greifen in den Wurfarm, einzelne Gesichtstreffer oder das Festhalten von hinten häuften sich im Verlauf des Spiels. Fouls gehören im Handball grundsätzlich zum Spiel dazu – Körperkontakt ist ein fester Bestandteil dieses Sports. In unserer Mannschaft ist es jedoch selbstverständlich, dass man sich nach einer unsportlichen Aktion oder auch nach einem unabsichtlichen Zusammenstoß kurz entschuldigt und damit sportlichen Respekt zeigt. Leider blieb eine solche Geste seitens der gegnerischen Mannschaft in mehreren Situationen aus.An dieser Stelle muss erwähnt werden, dass das junge Schiedsrichterteam in einigen Situationen sehr zögerlich mit Verwarnungen umging. Mehrere Aktionen wurden lediglich mit Freiwürfen geahndet, obwohl sie deutlich härter ausfielen. Auch gegenüber der Trainerbank wurden keine Verwarnungen ausgesprochen. Dadurch entwickelte sich im Laufe der Partie eine zunehmend aufgeheizte Stimmung auf dem Spielfeld.Die vielen harten Aktionen blieben leider nicht ohne Folgen. Insgesamt mussten wir Trainer dreimal das Spielfeld betreten, um verletzte Spielerinnen zu versorgen und sie mit Kühlpads vom Feld zu begleiten. Zwei Spielerinnen konnten anschließend nicht mehr weiterspielen. Trotz dieser Rückschläge kämpften die verbleibenden Spielerinnen weiter und versuchten, das Spiel offen zu halten. Dennoch war spürbar, dass die Motivation im Laufe der Partie nachließ, sich weiterhin mit unsportlichen Aktionen konfrontiert zu sehen.
Es war zwar nicht die erste Niederlage der Saison, doch die bisherigen verlorenen Spiele waren vor allem auf die bessere Leistung des Gegners zurückzuführen – nicht auf ein solches Maß an aufgeheizter Stimmung, Verletzungen und Frustration über ein zu zögerliches Eingreifen der Spielleitung.Trotz der schwierigen Umstände gab es auch einen schönen Moment: Louisa Kreck konnte ihr erstes Tor erzielen – herzlichen Glückwunsch zu diesem besonderen Erfolg!
Leider wurde der Sieg von der gegnerischen Mannschaft anschließend so ausgelassen gefeiert, dass das sonst übliche sportliche Abklatschen nach dem Spiel ausblieb.
Ein großes Lob gilt dennoch unserer Mannschaft, die sich trotz aller Umstände durch dieses turbulente Spiel gekämpft und bis zum Schluss Einsatz und Teamgeist gezeigt hat.
Text von Luna Baur
