Taufers, (ahclpa = alkoholiker hcl presse agentur) – Sensation in Sand in Taufers. Die Männer des HCL Vogt holen sich den wohl wichtigsten Pokal der Vereinsgeschichte. Mit dem FairPlay-Pokal haben sich die Teams des HCL Vogt beim Snowhandballturnier in Taufers endlich in die Geschichtsbücher eingetragen. Beim sportlich hochklassigen Turnier wussten die Vogter Herren, die erstmals auch die Damen im petto hatten, vor allem mit ihrem freundschaftlichen Auftritten am Hopfensaft zu überzeugen. Diese grandiose Turnierleistung wurde im dritten Jahr nun endlich belohnt. Ein halbes Hirschgeweih (oder von einem anderen Tier – wir sind Handballer und keine Jäger) gab es zur Belohnung. Der Triumph wurde anschließend ausgiebig gefeiert. Die glückliche Mannschaft lässt in einer öffentlichen Stellungnahme verlauten:

Vogt – ein von unbeugsamen Handballern und Handballerinnen bevölkertes Dorf leistet seit Jahren dem fehlenden Trinkgenuss in Südtirol Wiederstand. Es machte sich der größte Trupp überhaupt auf den Weg, um auch dieses Jahr dieses Ziel wieder zu erreichen. Vollgepackt bis unters Dach reisten Sie los, um zu zeigen, wer die wahren Helden am goldgelben Zaubertrank sind. Gemeinsam begann ein Abenteuer, dass sie viel Kraft und noch mehr Verstand kosten wird.

Am Tag X, Freitag den 12.04, ging es schließlich los. Eine ewig lange Reise, vieles Wasserlassen und noch viel mehr schlechte Musik später war man schließlich am Ziel der Reise, nein eher am Ziel der Träume angekommen. In der Casa del Cascade (heißt soviel wie Sporthalle Cascade, Anm.d.Red) bezog man Quartier für die Nächte. Am ersten Abend stellte man sich der großen Herausforderung, sich auf die kommenden Tage einzustellen. Manche hatten schon hier Probleme, waren sie doch plötzlich nicht mehr ihrer eigenen Muttersprache mächtig. In Italien kann es aber schonmal vorkommen, dass man wissen muss, was Ei auf Englisch heißt und so konnten wir uns diese Frage wenigstens mit unserer wackeren Kriegerin beantworten – denn Englisch klappte noch bestens. Zudem war man sich nicht einig über die fürstliche Entlohnung der Ausrichter der Spiele. Aber auch das ließ sich in kurzer Zeit durch den wundersamen Zaubertrank regeln. So verbrachte man den ersten Abend damit, die Gegner auszuspionieren und sich auf den wichtigsten Tag im Leben der Kriegerinnen und Krieger vorzubereiten.

Am Tag X² war es dann soweit. Früh morgens machte man sich über das wohltuende Frühstück her und auch der Zaubertrank durfte nicht fehlen. Mit leeren Blicken und voller Motivation machte man sich auf zur Talstation Speikboden, um zum Ziel der Reise zu kommen. Zum Snowhandballturnier an der Bergstation. Diese erreichte man schließlich bestens gelaunt und war bereit, große Schlachten zu schlagen.

Im ersten Spiel der Männer war man sich der Übermacht der Wildschweinbartwürste bewusst. Man musste sogar einen Mann, der irgendwie auch zu den eigenen Reihen gehört, bekämpfen. Dies gelang eher weniger und so musste man diese Schlacht als verloren akzeptieren(Lustige Randnotiz: Den Damen ging es übrigens jedes Spiel so, aber das war uns ja egal, denn wir sind ja die fairste Mannschaft und haben keine Ambitionen). Die Damen hatten etwas zu ernste Gegner gegen sich. Daher machten Sie sich einen Spaß daraus und spielten „zuuuu heiße Kartoffel“ und ließen mit jedem Pass den Ball fallen. Ist halt nicht ganz einfach, so einen nassen Ball ganz ohne Harz zu fangen.

Im weiteren Verlauf konnten hauptsächlich die Herren überzeugen. Mit viel Mut und tollen Pürieten (gemeint sind wohl Pirouetten, Anm. d. Red) wusste vor allem unser Voglerwildester Krieger zu überzeugen. Doch auch im zweiten Spiel halfen diese Drehmomente nichts, da die bewegenden Momente der anderen fehlten. In dieser Schlacht lag man zur Halbzeit vorne, konnte jedoch auch hier nicht gewinnen und musste sich am Ende in einem wahren Shoot-Out (nach diesem gingen bei ein paar erstmal die Lichter aus) geschlagen geben.

Im dritten Spiel konnte man dann allerdings gegen die Altherrentruppe der Handballer TSG 0815 Hack & Harz gewinnen. Diesen obligatorischen Pflichtsieg konnte man dann schließlich ausgiebig feiern – was man prompt auch tat. Neben tollen klatschenden Momenten (nämlich genau dann, als der Schneeball das Gesicht der Mitspieler traf), gab es auch einige Rutschpartien (mit Bierbänken den Berg hinunter) und schließlich auch einschneidende Erlebnisse (zum Beispiel beim Umgrätschen auf nassem Untergrund). Am Ende fuhr man mit bester Laune und ohne einen blassen Dunst, dass man später einen Pokal in die Höhe reißen darf ins Tal, um Paula’s Schirmbar einen entspannten Besuch abzustatten. Na gut, entspannt muss man wohl durch eskalativ ersetzen und Besuch durch Abriss aber dann passt das schon so ungefähr (vllt. Weiß der Schreiber auch nicht mehr so ganz, was da alles abging. Waren ja auch krass viele Eindrücke an diesem Tag). Man feierte ausgelassen und verwehrte auch den richtigen Skifahrern und Kids ihren Spaß nicht. Es gab eine Reihe von Menschen, die in einer Reihe Macarena tanzten und komische Gestalten, die wie wild geworden durch die Schirmbar hüpften.

Doch dann geschah das Unmögliche. Die Sonne stand bereits tief am Horizont. Von der Ferne hörte man ein leises Zischen von Aluminiumdosen. Es war nicht gerade totenstill. Ein Mann ergriff das Wort. Es war ein unglaublicher Moment. Die Verkündung der Spielergebnisse war da. Der Moment, auf den eigentlich kein Team wartete, da es völlig egal ist, auf welchem Platz man ist, war also nun gekommen. Er begann bei den Damen. Auf einem phänomenalen letzten Platz (man munkelt nur ganz knapp hinter dem Vorletzten) reihten sich die Kami(n)kätzchen ein. Wir wissen bis heute nicht, welche Kriegerinnen das genau sind, es stand jedenfalls HCL Vogt auf deren Trikots. Im gemischten Bereich gab es keine wichtigen Ereignisse zu verkünden. Dann kamen die Götter an die Reihe: Die Männer wurden verkündet und bei den Plätzen 12 – 9 war keine Spur der Hagenutten zu hören (Hagenutten sind die Götter des HCL Vogt, Anm. d. Red). Dann wurde stolz verkündet: 8. Platz Hagenutten. Ein Jubelschrei ging durch den Ort der Bestimmung. Es wurde laut und lauter. Die Massen hörten garnicht auf zu jubeln. Nicht Vorletzter wurde als sportliches Ziel ausgegeben (oder war es „nicht verletzen“?) und dieses Ziel konnte man erfüllen. Doch es kam noch besser. Die zwei wichtigsten Pokale wurden zum Schluss vergeben. Einmal den für die beste Show. Wir wären sicherlich in der Endauswahl gewesen, aber leider zählen die Aktivitäten nach Turnierschluss an der Bar nicht dazu. Deshalb wurden unsere Freunde von Hack & Harz auserwählt. Und das völlig zurecht! Doch dann war es soweit: Und der FairPlay-Pokal geht dieses Jahr an: Die Hagenutten!!!!

Danach gab es kein Halten mehr. Weder für den Pokal, noch für die Spielerinnen und Spieler. Wie in Ekstase sprangen alle wie wild umher und feierten wie wild. Der Zaubertrankkonsum stieg immer weiter. Schließlich war man nun in den Geschichtsbüchern verewigt. Als Sieger im FairPlay - und man munkelt, vielleicht auch als erstes Team, dass ihren Pokal nach 3h schon wieder verloren hat. Doch ein mutiger Krieger hat es gewagt, den Pokal mit heim zu nehmen und so wird er nach einer aufwändigen Bearbeitung bald im Museum des HCL Vogt ausgestellt werden.

Am Sonntag machte man sich auf den Heimweg und spielte, weil es so schön war, noch ein abschließendes Rundenspiel in Lindau. Doch das ist wieder eine andere Geschichte!

An dieser Stelle wie jedes Jahr ein großes Dankeschön an das Team des SSV Taufers Handball für die Top Organisation und bis zum nächsten Jahr zum großen Jubiläum!